Foto: Rosi v. Dannen/ pixelio.de

Aufgetankt statt ausgebrannt

Klaus Glas,

 

Vorschläge zur Selbsthilfe für solche, die sich noch im gelben Bereich wähnen, aber in Gefahr sind auszubrennen.

 

1. Gönne Dich Dir selbst!

Wenn Du merkst, dass sich deine Stimmung dauerhaft eintrübt und die Konzentration nachlässt, musst Du innerlich die Entscheidung treffen. Stopp, statt weiter so! Höre nicht abrupt mit der Arbeit auf. Das schadet nur. Schalte innerlich einen Gang zurück und nehme keine neue Arbeit ausserhalb der beruflichen Tätigkeit mehr an. Auch wenn es dir schwerfällt: Gehe zu deinem Hausarzt und lasse dich eine Woche krankschreiben. Statt anderen ein „Nein“ zu geben, sage besser „Ja“ zu dir. Bedenke dabei, dass der Anfang oft die Hälfte vom Ganzen ist. Hefte an Deine Wand ein Wort des Hl. Bernhard von Clairvaux, der dem vielbeschäftigten Papst Eugen III. schrieb: „Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht: tu‘ das immer, ich sage nicht: tu‘ das oft, aber ich sage: tu es immer wieder einmal.“

 

 

2. Beweg‘ Dich!

Das ist ganz wörtlich gemeint. Zu sich „Ja“ sagen heißt: sich Zeit für sich nehmen. Statt dich vor dem Fernseher oder dem Internet zu zerstreuen, gehe so oft als möglich nach draußen. Am einfachsten ist zügiges Gehen. Laufe dreimal in der Woche mindestens eine halbe Stunde am Stück – und zwar unabhängig von deiner Stimmung.

 

Gehen ist ein gutes Mittel, um den Kopf von störenden Gedanken frei zu bekommen. Der durch die Depression gestörte Schlaf-Wach-Zyklus kann durch regelmäßiges Gehen wieder normalisiert werden. Auch wird im Gehirn mehr Serotonin ausgeschüttet. Ein ausreichend hoher Spiegel dieses Neurotransmitters induziert das Lebensgefühl „Ich bin ausgeglichen und zufrieden!“

 

 

3. Führe ein Dankbarkeits-Tagebuch!

Kaufe dir ein Tagebuch mit einem schönen Einband. Schreibe jedes Wochenende alle Erlebnisse auf, für die du dankbar sein kannst. Beginne mit dem Satz „Guter Gott, ich danke Dir, dass ich diese Woche...“

 

Einer Studie zufolge waren Studenten, die zehn Wochen lang ein Dankbarkeits-Tagebuch führten, zufriedener und hoffnungsvoller. Überraschenderweise waren sie auch weniger von Kopf- und Bauchschmerzen betroffen als eine Vergleichsgruppe. Das hat der US-amerikanische Psychologe Robert Emmons herausgefunden. Depressiven empfiehlt er: „Wenn Sie gut schlafen wollen, dann zählen Sie keine Schafe, sondern das Gute, das Ihnen in Ihrem Leben widerfährt!“

 

 

4. Gute Gedanken finden!

Wenn dir Gedanken durch den Kopf gehen, wie „Ich muss mich noch mehr anstrengen!“ oder „Alle lehnen mich ab“, dann sage dir: „Es sind nicht meine Gedanken, es sind depressive Gedanken!“ Typischerweise betrifft die negative Sichtweise sowohl die Familie als auch die eigene Person. Suche nach guten Gedanken, etwa im „Lebensfreude-Kalender“ des PAL-Verlages oder in einer christlichen Buchhandlung. Notiere dir einen Spruch auf eine Karteikarte, die du stets mit dir führst. Wenn du tagsüber auf deine Uhr schaust, hole die Karte hervor und lese den aufmunternden Spruch. Schaue allein oder mit der Familie eine Film-DVD, welche dich erfreut oder zu Tränen rührt, zum Beispiel „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ oder „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Wenn du magst, schaue dir den Film mehrmals an. Bitte Gott, er möge dir helfen auf deinem schweren Weg – und bitte deine Familie und liebe Freunde, für dich zu beten. Bedenke, dass mittlerweile auch Psychotherapeuten Gebet und Meditation eine gesundmachende Wirkung zusprechen.

 

Aus: unser weg, Schönstatt Familienmagazin 1/2013

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