Berufstätiges Ehepaar mit drei Kindern © K. Glas

Mamazeit - Papazeit - So läuft das bei uns

Maria und Stephan H. leben mit ihren beiden Söhnen (zwei und vier Jahre) in Mainz. Stephan hat eine Vollzeitstelle als Ingenieur, Maria eine Teilzeitstelle als Ärztin.

 

unser weg:

Wie denken Sie zur Diskussion der letzten Wochen um Finanzierung von Krippenplätzen?

Maria H.: Für unser Dafürhalten wurde die Diskussion vor allem am Anfang polarisiert geführt und es wurden extreme Positionen vertreten. Es fehlten uns wichtige Aspekte und Nuancen.

unser weg:

Was ist Ihnen wichtig in der aktuellen Diskussion?

Stephan H.: Dass es jenseits der Krippenbetreuung auch Alternativen gibt, die je nach Familiensituation und Kindesbedürfnissen sogar tragfähiger sein können.

unser weg:

Welchen Weg haben Sie für Ihre Familie in diesem „Dschungel" gefunden?

Maria H.: Wichtig ist uns, dass wir den wesentlichen Teil der Betreuung und Erziehung unserer Kinder selbst übernehmen. Aber es stand für uns auch schon vor der Geburt unseres ersten Kindes außer Frage, dass wir beide nicht vollständig aus der Berufstätigkeit aussteigen wollten. Wir hatten das große Glück, dass mein Arbeitgeber für das jeweils erste Jahr eine Heimtätigkeit (in familienverträglichem Umfang) ermöglichte, denn für das erste Lebensjahr wollten wir die Kinder gar nicht in fremde Obhut geben.

unser weg:

Und wie läuft das konkret jetzt bei Ihnen ab?

Stephan H.: Wir teilen die Betreuung jetzt stärker zwischen Mutter und Vater. Für die Betreuung bis zum Kindergartenalter hatten wir jeweils eine Tagesmutter.

Maria H.: Die Wiederaufnahme meiner Tätigkeit an drei Vormittagen außer Haus stand zunächst unter dem Vorbehalt, dass die Kinder dies gut verkraft en. Ich beginne meinen Arbeitstag sehr zeitig. Die Kinder werden morgens von meinem Mann versorgt und - nach einem gemeinsamen Frühstück - gegen 8:15 Uhr zu Kindergarten und Tagesmutter gebracht. Von dort hole ich sie dann um ca. 15:00 Uhr ab, so dass noch ein Gutteil des Nachmittags zur Verfügung bleibt. Dieser wird bewusst von Aktivitäten außer Haus weitgehend freigehalten, um den Kindern einen ruhigen Ausklang ihres anstrengenden Tages zu ermöglichen.

unser weg:

Wie sieht das aus der Sicht des Vaters aus?

Stephan H.: Dieses Arrangement bringt einerseits zusätzlichen Stress mit sich. Ich bin später am Arbeitsplatz. Ich kann meine Arbeit an diesen Tagen nur mit Einschränkungen planen und muss abends entsprechend länger arbeiten. Andererseits empfinde ich diese morgendliche „mamafreie Zeit" als persönlichen Gewinn, als Stärkung der Vater-Kind-Bindung durch den gemeinsam erlebten Alltag. Die Kinder haben das völlig unkompliziert aufgenommen.

Maria H.: Ich staune immer, wie reibungslos der Morgen zu Hause an meinen Arbeitstagen abläuft (im Gegensatz zu den übrigen Tagen...).

 

Aus: UNSER WEG, Schönstatt Familienmagazin, 2/2007
www.unserweg.com

 

© 2018 Klaus Glas | Impressum | Datenschutzhinweise