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Baustelle: Leben


Hier bin ich,

an der Stelle, die für mich vorherbestimmt ist.

 

Mit der Geburt – vergleichbar einem Rohbau.

Man erkennt, was es werden soll,

aber es liegt noch ein langer Weg an Arbeit vor mir.

 

Als Kind – eine scheinbar fertiger Bau.

Die Zimmer sind erstellt,

durch Wasser und Stromleitungen ergänzt,

Halb fertig – jetzt fängt die Arbeit erst richtig an.

 

Als junger Erwachsener – bin ich vergleichbar einem schlüsselfertigem Haus.

Es gibt kein äußeres Bauen mehr, aber immer wieder Veränderungen

vor allem im Inneren des Gebäudes – kaum zu sehen.

 

In der Lebensmitte – entdecke ich die ersten Verschleißerscheinungen.

Teilweise werden neue Tapeten benötigt, ein neuer Anstrich.

Abnutzungserscheinungen treten auf, Leitungen sind verkalkt oder defekt.

Der Blick geht nun auf das, was noch repariert werden kann

und auf das, was an Brüchigkeit und Kanten akzeptiert werden muss.

 

Und dann?

Im Alter
und mit meinem Tod:

Zerfall – alles vorbei: Staub zu Staub?

Oder:

Neues Leben ersteht,

renoviert, saniert und erneuert.

 

Mein Glaube an die Auferstehung sagt mir,

dass ich als neuer Mensch ganz nah bei IHM bin.

 

ER baut mit uns eine neue, die „Heilige Stadt“.

Jutta M. Gehrlein


 

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